Do Tank statt Think Tank – warum Europa nicht an Wissen scheitert, sondern an Umsetzung
Cremers widerspricht der These, Europa sei abgehängt. Die Forschung ist stark, die Talente sind da. Das Problem: zu wenig Transfer, zu wenig PR, zu wenig unternehmerischer Durchgriff. Weniger Think Tank, mehr Do Tank.

Einordnung
Daniel Cremers widerspricht der These, Europa sei in der KI abgehängt. Er betont starke Forschung, große Talentpools und ein wachsendes Startup-Ökosystem. Das eigentliche Problem sieht er im Transfer: Forschung muss in Startups, Mittelstand und echte Produkte gebracht werden. Weniger Think Tank, mehr Do Tank. Das ist eine direkte Maxime für jeden, der im DACH-Markt KI-Umsetzung betreibt.
ETERNUM-Analyse
Europa hat Talent – und ein Transferproblem
Cremers argumentiert differenziert: Europa hat starke Forschung, renommierte Universitäten und wachsende Startup-Szenen. An der TU München allein wurde mit LSD-SLAM ein Verfahren entwickelt, das weltweit Standards gesetzt hat – mit einer einzigen Kamera große 3D-Umgebungen rekonstruieren.
Das Problem ist nicht fehlendes Wissen. Das Problem ist:
- Zu wenig Transfer von Forschung in Unternehmen
- Zu wenig PR für europäische KI-Leistungen
- Zu wenig Skalierung von Prototypen zu Produkten
- Zu wenig Kapitalbindung in Europa – Talent wandert ab
- Zu wenig unternehmerischer Durchgriff – vom Paper zum Produkt
Die Business-Lehre: Wissen allein schafft keinen Marktwert. Umsetzung tut es.
„Do Tank" als Unternehmenskultur
Cremers fordert weniger Think Tank, mehr Do Tank. Für ein Unternehmen wie ETERNUM heißt das konkret:
- Weniger Tool-Videos sammeln, mehr eigene Demos bauen
- Weniger Marktbeobachtung ohne Konsequenz, mehr Kundenpiloten starten
- Weniger Strategiepapiere, mehr echte Gesprächsdaten auswerten
- Weniger Angebotsideen sammeln, mehr Angebotsbausteine standardisieren
- Weniger philosophieren, bis der Markt weg ist
Kurz: bauen, messen, verbessern. Das ist die operative Konsequenz aus Europas Transferproblem – auf Unternehmensebene.
PR und Sichtbarkeit sind kein Luxus
Cremers betont, dass Europa seine Erfolge besser kommunizieren muss. Das gilt auch für KMU-Dienstleister:
- Pilotprojekte dokumentieren und als Case Studies veröffentlichen
- Messbare Ergebnisse teilen, nicht nur Features beschreiben
- Branchenwissen zeigen statt nur „KI" zu rufen
- Thought Leadership durch Insights, nicht durch Werbung
Sichtbarkeit ist kein Eitelkeitsprojekt. Sichtbarkeit ist ein Machtfaktor – wer gesehen wird, wird gefragt. Wer nicht sichtbar ist, existiert für den Markt nicht.
Die skalierbare, bezahlbare Lösung gewinnt
Cremers diskutiert auch die Kamera-vs-LiDAR-Debatte: Die beste Technologie gewinnt nicht automatisch. Die skalierbare, bezahlbare, integrierbare Technologie gewinnt.
Das überträgt sich direkt auf KI-Dienstleistungen:
- Der „beste" Agent ist nicht automatisch der richtige
- Entscheidend ist: stabil, bezahlbar, wartbar, integrierbar, messbar
- Kunden kaufen keine technische Eleganz, sondern funktionierenden Nutzen
Das bedeutet für die Angebotsgestaltung: Nicht das technisch Raffinierteste anbieten, sondern das wirtschaftlich Sinnvollste. Und dann schrittweise verbessern.
Praxistransfer
Do-Tank-Kultur intern etablieren: bauen, messen, verbessern. Nicht philosophieren, bis der Markt weg ist.
Pilotprojekte dokumentieren und als Case Studies veröffentlichen – Sichtbarkeit ist ein Machtfaktor.
Die skalierbare, bezahlbare Lösung gewinnt. Nicht das technisch Raffinierteste anbieten, sondern das wirtschaftlich Sinnvollste.
Transfer-Geschwindigkeit erhöhen: Wissen aus Videoanalysen und Marktbeobachtung muss in Tagen zum Angebot werden, nicht in Monaten.
Management-Fazit
- Europa hat Talent, aber ein Transferproblem: zu wenig Umsetzung, zu wenig PR, zu wenig unternehmerischer Durchgriff.
- Weniger Think Tank, mehr Do Tank – bauen, messen, verbessern ist die operative Maxime.
- Sichtbarkeit ist kein Luxus, sondern Machtfaktor: Pilotprojekte dokumentieren, Ergebnisse teilen, Branchenwissen zeigen.
- Die skalierbare, bezahlbare, integrierbare Lösung gewinnt – nicht die technisch raffinierteste.
- Transfer-Geschwindigkeit ist entscheidend: Wissen muss in Tagen zum Angebot werden.
Analyse basiert auf dem Transkript eines KI-Videos mit Prof. Daniel Cremers (TU München). Strategische Ableitungen für den DACH-Markt stammen von ETERNUM.
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